Glücklich vergeben. Schwer verliebt und nun schwanger. Von jetzt auf gleich verändern diese „zwei Balken“ alles. Eben noch eine hoch motivierte und engagierte Mitarbeiterin mit Zielen und Plänen und nun eine werdende Mama? Passt das zusammen?

Ich freute mich unglaublich auf dieses neue „Babyglück“. Plötzlich war mir irgendwie alles egal. Es zählte nur eins für mich: Ein gesundes Baby zur Welt bringen. Was hieße das für mich? – ganz klar: kein Stress, viel Schlaf, eine gesunde Ernährung und vieles mehr. Einfach alles dafür tun, damit alles gut verläuft.

Die Konsequenz aus diesen neuen Prioritäten: ein Gang zurück schalten auf Arbeit! Aber welche Auswirkungen würde das haben? Verstehen das meine Kollegen? Werde ich jetzt als weniger engagierte und motivierte Mitarbeiterin gesehen? Kann ich mir eine Beförderung nun ganz abschminken?

Ich werde ein Jahr zu Hause sein ( Elternzeit ). Neue Systeme, Gesetzesänderungen, neue Kollegen und vieles mehr – da bin ich doch raus?! So viele Sorgen, Ängste und Fragen. Kurz vor meiner Verabschiedung

(Mutterschutz) kam dann die Überraschung – die Beförderung war mir sicher. Doch dank einer mehr oder weniger sinnvollen Probezeit von drei Monaten, steht mir diese Beförderung erst nach der Elternzeit zu. Heißt also ganz klar, dass mich die „Beförderung zur Mutti“ schon jetzt zurück wirft, denn eine nicht schwangere Kollegin hingegen würde diese Beförderung bereits nach drei Monaten erhalten und ich (Mutterschutz + Elternzeit + Probezeit) erst nach 16 Monaten. Ist das fair? Gerecht? Oder sagen wir mal „gleich gestellt“?

Spätestens da war mir klar, das „Babyglück“ wirft mich beruflich zurück. Eine Lösung dafür gab es auch nicht, denn mein Partner konnte beruflich bedingt keine Elternzeit nehmen und weniger konnte ich auch nicht zuhause bleiben, weil uns erst nach einem Jahr ein Kitaplatz zustand. Also ein Kreislauf der mich Zwang auch tatsächlich ein Jahr zuhause zu bleiben. Damit musste ich mich abfinden.

Doch die Vorfreude auf das bevorstehende kleine Wunder konnte nichts trügen. Jedes Ultraschallbild, jedes treten und jeder vergangene Tag bis zur Geburt ließ mich diese „berufliche Geschichte“ immer mehr vergessen. Nachdem dann auch der Berg an Anträgen erledigt bzw. gut vorbereitet war, konnte unser kleines Mädchen kommen! Vorbereitung ist ja schließlich das A und O, oder?!

Ich freue mich nun auf diese Zeit zu zweit zu Hause. Eine Zeit die man nie wieder haben wird. Am 05.02.2016 hat unsere Pia Alessandra das Licht der Welt erblickt.

Die „Beförderung zur Mama“ war schlussendlich, die Beste in meinem Leben.